c`est parti…… und jetzt geht’s los! …. wie es so schön auf
französisch heißt. Seit über einem Jahr beschäftigen wir uns schon mit unserem Ausstellungsprojekt 2019. Dieses mal geht es darum einen künstlerischen Austausch mit unserer Partnerstadt Bautzen auf den Weg zu bringen. Dabei tauschen wir uns mit KünstlerInnen der jeweiligen Städte aus. Wir stellen in Bautzen aus und umgekehrt.

Wer wir sind →

Eigentlich wollen wir von unserer Seite aus erfahren wie es ist Künstler am jeweils anderen Ende der Republik zu sein; was beeinflusst uns dort besonders? Kann es in unserer globalisierten Welt noch große Unterschiede geben wenn man Kunst im selben Land, jedoch an zwei unterschiedlichen Enden macht?
Macht da ein Austausch überhaupt Sinn? Was kann/soll ein derartiges Projekt überhaupt bewirken? Wir haben daher alle daran Beteiligten nach ihrer Meinung gebeten. Hier das Ergebnis: → Meinungen

Wie es begann

Zum Projekt kamen wir über Vermittlung von Arvid Boecker, der wiederum seitens einer Fraktion des Heidelberger Gemeinderates darauf angesprochen wurde, ob er nicht jemanden kenne,
der etwas zur Belebung der Städtepartnerschaft dieser doch recht
ungleichen Partner machen könne. Am besten etwas mit Kunst.

Im Verein haben wir dann darüber nicht lange diskutieren müssen um die Idee gut zu finden. Die Bereitschaft als KünstlerInnen da mitzumachen war gleich da. So weit – so gut; doch wie geht es weiter?

In Bautzen, wo die Idee entstanden ist, haben wir mit dem dortigen Museum und seinem Leiter Herrn Dr. Vollbrecht gleich einen sehr guten Partner bekommen. Nicht nur hat er bereitwillig Ausstellungsräume gleich zur Verfügung gestellt, sondern auch gleich vier Bautzner Künstlerinnen gennant um das Projekt auf den Weg zu bringen.

Bei uns in Heidelberg hat sich das erst ein wenig schwerer gestaltet. Wir selbst haben uns in Heidelberg nach Orten umgesehen, um die
Ausstellung auch mitten in die Stadt zu bringen. Doch ist dies in Heidelberg nicht so einfach. Nach wie vor mangelt es an adäquaten Flächen für Ausstellungen bei uns.

So werden wir zum wiederholten Male die Turnhalle im #Dezernat16 nutzen, die sich für unsere Ausstellungsprojekte wie schon in den letzten Jahren hervorragend bewährt hat.

 

Fehlt noch ein Logo, um dem ganzen einen Namen und Zeichen zu geben: Und bei der Motivfindung haben wir es uns nicht leicht gemacht. Die Vorschläge gingen hin- und her. Dabei hatten wir ursprünglich etwa an folgendes gedacht:

Der Entwurf erinnert an eine Bahnfahrkarte, wie man sie bei uns noch
vor gut einem halben Jahrhundert bekommen konnte. Quadratisch,
praktisch; zwar nicht so bunt, doch greifen die Farben diejenigen der
beiden Partnerstädte auf. Die Pfeile die hin- und hergehen, sollen
Bewegung vermitteln; und wenn man sich von A nach B begibt, dann
tauscht man sich schließlich auch aus.

In einer zweiten Version haben wir dem Projekt den Titel „Kontext und
Kontroverse“ gegeben. Dazu haben wir im Logo Farbbausteine
aufeinanderprallen lassen. Die Farben sind erneut diejenigen der
Partnerstädte, doch treffen sie sich nun in der Mitte, sozusagen im
„neutralen Raum“, der auch als gemeinsame „Ausstellungsfläche“
gedeutet werden kann. Hier kann alles mögliche passieren, man darf
die Imagination spielen lassen!

Eine Fahrt nach Bautzen

Um Städtepartnerschaft zu leben, muss man hinfahren. Es ist mein „erstes Mal“. Ich war noch nie in Bautzen. Die Fahrt hat sich recht kurzfristig ergeben. Meine Partnerin hat in Dresden zu tun; das ist die Gelegenheit das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Ich will das Museum sehen in dem die Ausstellung stattfinden wird. Deswegen habe ich mich auch mit dem Direktor, Herrn Vollbracht verabredet.

Was für Vorstellungen mache ich mir eigentlich von der Stadt? Ich habe im Vorfeld von Bautzner Senf und dem „gelben Elend“, dem berühmt-berüchtigten Knast, gehört. Spontan denke ich allerdings eher an Provinz und Langeweile; kein Wunder, bei knapp 40.000 Einwohnern. Aber eigentlich lasse ich es auf mich zukommen. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Und dann ist alles ganz anders. Obwohl ich im Internet bereits lernen konnte, dass Bautzen die „Stadt der Türme“ ist und spektakulär auf einem Felsplateau liegt, bereitet mich nichts auf den unmittelbaren, persönlichen Eindruck vor. Und der ist überwältigend.

Wäre die Stadt jetzt in Frankreich gelegen, dann könnte man sich vor Besuchern kaum retten, doch so wirkt sie in der Altstadt dann doch eher „verschlafen“. Ich finde das wohltuend; so habe ich den Ort „für mich alleine“ und „teile“ ihn mir sozusagen mit den Einheimischen.

Klein, kompakt, sehenswert; mit spektakulären Ausblicken in das Tal hinunter in die Spree. Manchmal bin ich sogar soweit zu sagen, dass die Stadt etwas „romantisches“ an sich hat. Warum fällt mir das gerade ein, als ich den Nicolai-Friedhof mir anschaue mit seiner Kirchenruine, in der Grabsteine auf einem top gepflegten Rasen stehen; ich komme mir vor als ob ich selbst in einem „romantischen“ Bild stehen würde. Es fehlt nur noch, dass es Nacht ist und der Mond helle scheint.  

Das Museum

Doch nun zu meinem Termin. Ich bin mit Herrn Dr Vollbrecht verabredet, der in einem wuchtigen Bau der Jahrhundertwende, „residiert“. Wir treffen uns am Eingang. Dort gibt es eine kleine Ecke für Besucher zum Verweilen, die ganz gemütlich ist. Dort setzten wir uns zu unserem Gespräch hin. Ich sitze so, daß ich einen guten Blick auf das monumentale Treppenhaus habe. Wir bekommen sogar Kaffee serviert und so kann das Gespräch in einer sehr entspannten und konstruktiven Atmosphäre seinen Lauf nehmen. Später zeigt er mir dann noch die Räume seines Museums, insbesondere diejenigen, in der die Ausstellung stattfinden soll. Hier eine kleine Auswahl:

 

Bautzner Senf

 

„Kaufen se den, dann kaufen se kein Massenprodukt“, sagt mir die Besitzerin des kleinen Ladens. Ich möchte etwas typisches von hier mit nach Hause nehmen, und das ist nun einmal Senf. Nur schade, dass die bekannteste Marke der Stadt einem Münchner Unternehmen gehört. Zum Glück gibt es aber noch eine historische Mühle, die in kleinen Mengen Senf- und Öle noch völlig unabhängig produziert. Ich kaufe mir eine kleine Auswahl und freue mich schon sie zu probieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.